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Oktober, 2014:
Ausgabe #9 ist erschienen


Das Wetter


Fernweh
Zum 40. Todestag des kubanischen Nationalbankchefs Ernesto Guevara fand am 13.10.07 in Bremen eine Veranstaltung statt, zu der unter anderem eine Organisation mit dem spannungserregenden Namen »Bolivarischer Zirkel Bielefeld« einlud - es dauert nicht mehr lange, bis die Ölfelder von Bielefeld in den volkseigenen Arbeiterhänden der landlosen Bauern landen!

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Ideenfabrik Knast

Kann man eine bessere Illustration dafür finden, dass das bürgerliche Konkurrenzsubjekt von heute ausnahmslos jeden Zwang als Chance sieht, als das folgende Zitat? Die Insassen der JVA Fuhlsbüttel [...] betätigen sich mit zunehmenden Erfolg als ‚kreative Zellen'. Sie entwickeln Ausbrecher-Brettspiele und Memorys mit Häftlings-Tatoos, die man unter www.santa-fu.de weltweit bestellen kann. Ihr jüngster Marketing-Coup heißt ‚Huhn in Handschellen': ein Kochbuch. (taz 28.11.2007) In ihrem Verhältnis zur Realität sind die marktgerechten Knackies nicht allein: Dem Bundespräsidenten scheints jedenfalls zu schmecken, er hat den Hamburger Knast gerade zum ‚Ort' im ‚Land der Ideen' ernannt, womit Deutschland gemeint ist. - Jede Zelle ein Standort!

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Der Umwelt zuliebe
Die Bremer Professorin Ines Weller deckt auf spiegel.de die Hintergrunde des Klimawandels auf: Die Tatsache, dass Frauen im Schnitt weniger verdienen als Männer, spielt dann auch bei der Frage nach der Geschlechtsneutralität des Klimawandels eine Rolle. [...] Wer mehr verdiene, verbrauche mehr Ressourcen und verursache mehr klimaschädigende Emissionen. - Womit die Tatsache, dass Frauen in Durchschnitt weniger verdienen durch das Prädikat »umweltfreundlich« geadelt wäre. 

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Der Freund meines Freundes und Helfers
»Die Linke« heißt die neue Hoffnung. Der Bremer Bundestagsabgeordnete Axel Troost will Erhöhung der Bullengehälter mit Folgendem begründen: Die Bremerinnen und Bremer stehen hinter ihrer Polizei und fordern eine notwendige Anhebung der Einkommen. Die käme ja auch der örtlichen Wirtschaft zugute, denn die 50 Euro [...] werden in Bremen ausgegeben. (Pressemitteilung, 15.11.2007)

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Vergangenheit, die nicht vergehen will - »Schön das wir darüber gesprochen haben«
Gibt es tatsächlich unter jungen Ausländern so etwas wie eine ‚neue Deutschfeindlichkeit'
[...]? - will die »Bild«-Zeitung vom 21.01.08 vom Altbundeskanzler Kohl wissen. Darauf der elder statesmen ganz souverän: Ob wir jetzt schon von einer neuen ‚Deutschfeindlichkeit' sprechen sollten, weiß ich nicht. Aber dass wir darüber reden, ist schon bemerkenswert. Wäre dann geklärt. Aber anstatt an dieser Stelle abzubrechen, löchert das Springerblatt den Alten einfach weiter mit Fragen: Ist der Eindruck vieler Bürger richtig, dass das Thema Ausländerkriminalität in der Vergangenheit aus politischen Gründen oftmals verschwiegen wurde? - Dr. Kohl ist auch da um kein Wort verlegen: Ja, vielleicht aus übertriebener Vorsicht und aus Fehleinschätzung der wahren Situation. Hinzu kommt, dass wir Deutschen durch unsere Geschichte vorbelastet sind. Das darf uns aber nicht die Fähigkeit nehmen, ein vernünftiges Gespräch zu führen, ohne gleich in Verdacht zu geraten, intolerant zu sein. Denn wir sollten auch nicht vergessen: Unsere Eltern und Großeltern haben nach dem Zweiten Weltkrieg dieses Land aufgebaut. Den Blick fürs Wesentliche verliert der Historiker Kohl nie aus den Augen. Mal von der Tatsache abgesehen, welche Rolle die Eltern und Großeltern im von den Deutschen angezettelten Weltkrieg spielten: Dass sie das Land danach wiederaufgebaut haben, das dürfe wirklich niemand vergessen!

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Soundsystem
In Berlin gibt die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) bekannt, wie stark die Gebühren für Fernseh- und Radiogeräte von 2009 an steigen sollen. Der Name des Rechnungsprüfergremiums klingt nach Sozialismus
- meldet besorgt die FAZ von 19.01.08. Welches der Wörter - »Finanzbedarf«, »Ermittlung« oder »Kommission« - dem Ganzen die sozialistische Klangnote verleiht, wird leider nicht näher erläutert.

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Qual der Wahl
Mädchenarbeit ist notwendig, damit Mädchen nicht immer die Macker mit den dicken Autos und kriminellen Karrieren bevorzugen, so die These der Gender-Expertin Corinna Voigt Kehlenbeck.
(taz bremen, 28.01.2008) - Die wirklich Coolen fahren U-Bahn, wie man gesehen hat.

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Klappe! Die erste: Meister Propper fühlt sich ein
Im September fühlte sich Meister Propper berufen, uns in einer Gast-Satire des »Weserspuckers« unter dem Titel „Der Arsch auf Grundeis" auf ganz famose Weise den welthistorischen Hintergrund der Attentate vom 11.9. zu erklären: Terrorismus ist niemals eine schöne Angelegenheit. Es ist bloß fraglich, wie man jemandem, der sich ansonsten im Porzellanladen der Weltgeschichte wie ein arroganter Elefant verhält, anders deutlich macht, dass es langsam reicht. Differenzierte Fragen erfordern differenzierte Antworten und noch differenziertere moralische Standpunkte - Mir tut es um die die Opfer leid [...]. Nicht um die USA. - und interessante Analysen, gerade Deutschland betreffend: Dass eine Handvoll religiöser Fanatiker [...] dem übersättigten Abendland deutlich gezeigt [hat], wo der Hammer hängt sei hierzulande noch nicht so recht durchgedrungen: Man hat nach zwei Weltkriegen immer noch nicht gelernt, daß Wohlstand auf Dauer keine Zukunft hat, wenn im Keller noch einige Leichen liegen, die sich auch mal als Wiedergänger zurück in das öffentliche Bewusstsein schleichen können. Das ist sehr komplex: Antisemitische, islamistische Selbstmordattentäter als »Wiedergänger« der von Deutschen ermordeten Juden? Eine Milchmädchenrechnung, die nicht im geringsten aufgeht. - Dem haben wir nichts hinzuzufügen.

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Klappe! Die zweite: Meister Propper träumt
Unter dem Motto seines Vereins für »Lebensfreude & DA DA« ruft Meister Propper im Februar zu Folgendem auf: Rauchen wir im Osten, Norden, Westen, Süden für den Frieden und die Auferstehung des ‚Indianerlandes' und die Befreiung der Löwen von Babylon und den Untergang des ‚amerikanischen Reiches'. Zur Erklärung: Eine kriegerische Kreuzung aus Engländern und Deutschen raubte den Indianern Amerika, samt Friedenspfeifen, Tabak, Gold, Kartoffeln, während fern in Arabien die Menschen gemütlich im Schutze der Löwen von Babylon Wasserpfeifen für den Frieden rauchten und so weitere WeißeMann-Wahn verhinderten. Der Frieden dauerte lang, bis in Amerika ein Vatersohn Bushmann anne Regierung kam und Geschmack am Öl [...] fand. Im schönen Land wie tausend & 1 Nacht hat's dann auf einmal dolle bumm gemacht und die Marlbororitter haben den Krieg gebracht. War da nicht noch irgendwas, bevor die USA den Irak bombardierten? Sei's drum - zumindest hatte Nebukadnezar ob mit oder ohne Pfeife die ansässigen Juden gewaltsam vertrieben und den Turm von Babylon errichtet, unter dem Meister Propper gemeinsam mit Löwen gegen Bush so lange seine »Utopie« rauchen möchte, bis sie morgen Wirklichkeit wird. In der Bibel ist gesagt, dass Gott in Babylon den Menschen für seine Vermessenheit mit der Verwirrung der Sprache bestraft hat - zumindest in diesem Fall sei dem Glauben geschenkt.


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