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Oktober, 2014:
Ausgabe #9 ist erschienen


Was soll das?

Flüssiges Leben


Wenn jemand sagt, das Leben flösse an einem vorbei, so kann man das vielerlei verstehen.
Das Leben, doch das eigene, hat seinen fließenden Fluss anscheinend neben dem eigenen Selbst.
Was ist das denn nur für ein Fluss, der gemeint ist mit dem Leben?
Ist es ein kleiner Gebirgsbach, der fröhlich plätschernd seinen Weg sich sucht den Berg hinunter hindurch durch Fels und Kiesel?
Ist es ein hässlicher Kanal, von rational denkenden Arbeitsmenschen verbrecherischerweise gepflügt hinein in die Natur?
Fließt dieses Leben langsam, schnell, ist es dunkel, hell, oder golden und zäh so wie Honig?
Fließt es nur vorbei am Ort des Denkens, oder hat es ein Ziel auch und wo kommt es nur denn her?
Scheint die Sonne über ihm, oder wird's verseucht leider von saurem Regen?
Steht am Ufer ein Atomkraftwerk, fließt's durch eine Mülldeponie, einen Freizeitpark, eine dunkle Grotte?
Würde es, wenn nicht vorbei, hindurch dann fließen durch den Mensch?
Triebe es ihn gar mit sich, in seinem Lauf, hin zu seinem Ziel und einer Bestimmung,´durch Stromschnellen hinunter in Abgründe, durch enge und weite Ufer und hinein dann ins offne Meer?
Welche Art Vögel segelten über diesem Meer dann - Todesgeier, diebische Elstern und Heuschreckenschwärme, ein einfach nur zwitschernder Kanarienvogel?
Würde man ertrinken in den Wogen, einfach nur treiben können auf dem Rücken, oder gerettet werden von Delphinen, die einen sicher tragen hin zum nächsten Ufer?
Kann man dort im Meer dann Kontakt auch aufnehmen zu anderen Leichen oder Lebenden, sich zum Beispiel glücklich miteinander plantschend auf der Luftmatratze lustvoll lieben?
Oder ist's anders, und jeder schwimmt alleine treibend, manchmal weinend und einsam weiter bleibend - sich nichtmals reimend - in seinem eigenen Meeresreichbereich.
Trägt jeder sein eig'nes Meer in sich oder seinen Zufluss neben sich her?
Das wär doch logisch, nach dem Ficken fühlt man sich einsam und leer.
Als ob es gar nicht da wär - nicht herum um einen, auch nicht drin in einem: dieses Leben, dieses Meer.
Oder fließt es einfach nur an einem vorbei, wie der Fluss, der bereits erwähnte, der nur nicht ins Meer sich ergießt, sondern irgendwo langsam und einsam versiecht.

Nein, es ist so: Viele Leute schwitzen beim Sex einfach zu viel und verlieren dabei ihr ganzes Wasser und Meersalz. Es sollte in Sexshops Totes-Meer-Wasser zu kaufen geben, mit diesem Mittel könnte man den Lebenswassersalzspiegel regulieren und konstant halten. Oder noch besser: Man sollte dieses ganze ozeanische Gewühle und Gefühle generell eigentlich ganz und gar verbieten! Auch beim Weinen verliert der Mensch nämlich zum Beispiel zu viel salziges Nass. Es muss Abhilfe geschaffen werden: Gefühle sollten ertränkt werden und überflüssige Körperöffnungen abgeklebt. Und was diese ominösen Flüsse betrifft: Man sollte vermehrt mit Talsperren operieren. Die sind schön friedlich und andere können sie als Naherholungsgebiet nutzen - ganz rational. Man muss nur aufpassen, dass die Briten nicht wieder ihre komischen Bomben hineinwerfen.

Eric Peters



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